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Träger des Ziegeleimuseums Jockgrim am Standort der ehemaligen Falzziegelwerke Carl Ludowici
Verbandsgemeinde Jockgrim / Ziegeleimuseum Jockgrim
Jockgrim · NeupotzNeu auf Amplifa
Über die Verbandsgemeinde Jockgrim und das Ziegeleimuseum
Die Verbandsgemeinde Jockgrim ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts in der Südpfalz (Landkreis Germersheim, Rheinland-Pfalz) und kein Industrieunternehmen. Sie betreibt das 1996 eingeweihte Ziegeleimuseum Jockgrim, das im restaurierten Pressenhaus der ehemaligen Falzziegelwerke Carl Ludowici untergebracht ist. Die Ausstellung dokumentiert die rund 100-jährige Geschichte der Ziegelherstellung in Jockgrim von der Tongewinnung über die Verarbeitung des Jockgrimer Tons mit Revolverpressen und die Brennung im 90 Meter langen Ringofen bis zum Versand. Der teilweise erhaltene Ringofen dient heute als Untergeschoss des Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde; im Außenbereich des Museums steht eine restaurierte, voll betriebsfähige Revolverpresse von 1873. Eine Außenstelle zeigt Sonderwaren der Ziegelei sowie Kunst aus Jockgrim, zudem ist ein Kugelhaus von Johann Wilhelm Ludowici ausgestellt. Weiterhin betreibt die Verbandsgemeinde das Informationszentrum Haus Leben am Strom in Neupotz und bietet kommunale Verwaltungsdienstleistungen an.
- Standort
- Jockgrim
- Verfahren
- Falzziegel-Herstellung (Trockenpresstonverarbeitung mit Revolverpressen), Tonziegel-Brennung im Ringofen, Tongewinnung und Tonaufbereitung (Silos zur Lagerung), Kommunale Verwaltungsdienstleistungen, Museum Ziegeleimuseum Jockgrim, Tagungsort Polderscheune Neupotz, Führungen und Workshops (Hochwasserschutz, Rheinauen), Handwerkerparkausweis-Antragstellung
- Werkstoffe
- Jockgrimer Ton (Ziegeleton), Revolverpressverfahren (Trockenpresstonverarbeitung), Brennung im Ringofen
- Branchen
- Öffentliche Verwaltung, Tourismus/Kultur
- 01
Tongewinnung und Tonaufbereitung
- 02
Falzziegel-Herstellung mit Revolverpressen
- 03
Trocknung und Brennung im Ringofen
- 04
Versand
Historischer Werkstoff und Verfahren
Jockgrimer Ton (Ziegeleton)
Historischer Ausgangswerkstoff der Falzziegelproduktion, getestet mit erfreulichen Brennergebnissen.
Revolverpressverfahren (Trockenpresstonverarbeitung)
Verfahren zur Herstellung von Falzziegeln, 1935 mit 100.000 Ziegeln Tagesproduktion.
Brennung im Ringofen
Brennverfahren im ursprünglich 90 Meter langen und sechs Stockwerke hohen Ringofen.
Standorte
Jockgrim
DEVerbandsgemeindeverwaltung und Ziegeleimuseum im ehemaligen Pressenhaus der Ziegelei
- Werkstoffe
- Ton
- Ringofen (Untergeschoss, ursprünglich 90 m lang)
- Restaurierte Revolverpresse (1873, voll betriebsfähig)
Neupotz
DEHaus Leben am Strom (Informationszentrum Hochwasserschutz) und Polderscheune
Branchen
Verfahren & technische Grenzen
| Verfahren | Toleranz | Max. Bauteil | Gewicht | Losgröße | Werkstoffe |
|---|---|---|---|---|---|
| Falzziegel-Herstellung (Trockenpresstonverarbeitung mit Revolverpressen)Umformung | – | – | – | 100.000 Ziegel Tagesproduktion (1935) | Ton |
| Tonziegel-Brennung im RingofenWärmebehandlung | – | Ringofen ursprünglich 90 Meter lang × sechs Stockwerke hoch | – | – | Ton |
| Tongewinnung und Tonaufbereitung (Silos zur Lagerung)Engineering | – | – | – | – | Ton |
2 Anlagen & Maschinen
| Maschine | Hersteller / Modell | Anzahl | Arbeitsraum | Baujahr | Standort |
|---|---|---|---|---|---|
| Revolverpresse (Falzziegelpresse) | Carl Ludowici Falzziegelwerke (Eigenkonstruktion) | – | – | 1873 (Erst | Jockgrim (Außenbereich Ziegeleimuseum) |
| Ringofen (Trocknung/Brennofen) | – | – | ursprünglich 90 Meter lang, sechs Stockwerke hoch; heute teilweise erhalten als Untergeschoss des | – | Jockgrim, Untere Buchstraße 22 |
Zusatzleistungen
Historie der Ziegelei
- 1857
Carl Friedrich Ludowici gründet die erste deutsche Falzziegelei in Ensheim (Saarland)
- 1860
Verlegung der Falzziegelei nach Ludwigshafen am Rhein
- 1873
Neues Werk in Ludwigshafen mit zwei selbst konstruierten Revolverpressen
- 1881
Wilhelm Ludowici erhält das Patent für den Falzziegel Z1 und das Malteserkreuz zur Verbesserung der Revolverpresse
- 1886
Fertigstellung Werk 1 und Werk 2 in Jockgrim; Beginn der Ziegelproduktion
- 1888
Errichtung von Werk 3 und Werk 4
- 1891
Errichtung von Werk 5
- 1929
Errichtung von Werk 6 mit Silos zur Lagerung und Tonaufbereitung
- 1935
950 Beschäftigte, 100.000 Ziegel Tagesproduktion; führender Falzziegelhersteller Europas
- 1945
Werksgelände durch Bombenangriffe zu 70 % zerstört
- 1950–1970
Produktionsrückgang und schrittweise Stilllegung der Werke
- 1972
Großbrand zerstört Werk 6; Ende der Tonziegelproduktion; Jockgrim wird Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde
- 1996
Einweihung Ziegeleimuseum Jockgrim