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Weihenstephaner – Fertigung

Brauerei in Freising: 16 Biersorten nach bayerischem Reinheitsgebot, inklusive Entalkoholisierung, jährlich rund 450.000 hl

WE

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan

Freising (Weihenstephaner Berg) · Freising (Clemensänger)Neu auf Amplifa

1040Gegründet (Brau- und Schankrecht)
184Mitarbeitende (2023)
~450.000 hlJahresausstoß (2023: 453.463 hl)
~46,65 Mio. €Umsatz (2023)
16Biersorten

Über die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan ist ein Regiebetrieb des Freistaates Bayern mit Sitz auf dem Weihenstephaner Berg in Freising. Seit dem Erwerb des Brau- und Schankrechts im Jahr 1040 werden hier Bier nach dem bayerischen Reinheitsgebot aus Wasser, Gerstenmalz und Hopfen gebraut; heute umfasst das Sortiment 16 Biersorten, darunter alkoholfreie Biere, die per Vakuum-Fallstromverdampfung entalkoholisiert werden. Die Wertschöpfung umfasst Brauen, Gärung und Lagerung, Filtration, Abfüllung sowie Konfektionierung und Logistik im eigenen Logistikzentrum. Die Brauerei arbeitet eng mit der TU München zusammen und dient als Anschauungsbetrieb für Studierende der Brau- und Getränketechnologie; die Qualitätskontrolle übernimmt das wissenschaftliche Zentrum der Universität. 2023 betrug der Jahresausstoß 453.463 hl bei rund 184 Mitarbeitenden und einem Umsatz von etwa 46,65 Mio. €. Vertrieben wird in über 60 Länder, mit den größten Absatzmärkten neben Deutschland in Österreich, Italien, den USA und Australien.

Standort
Freising
Verfahren
Bierbrauen (16 Biersorten, obergärig/untergärig), Entalkoholisierung von Bier durch Fallstrom-Verdampfung unter Vakuum, Herstellung von Desinfektionsmittel aus anfallendem Ethanol (COVID-19-Pandemie), Bierfiltration, Gärung und Lagerung (Gär- und Lagertanks, Kombikeller mit 24 Gär-/Lager-/Drucktanks, 680–1040 hl), Logistik/Abfüllung und Konfektionierung im Logistikzentrum (CO2-neutral, 10.700 m²), Brauereiführungen, Fanshop/Onlineshop
Werkstoffe
Wasser, Gerste (Malz), Hopfen, Ethanol (Nebenprodukt Entalkoholisierung), Ethanol
Zertifikate
EMAS (Eco Management and Audit Scheme)
Gegründet
1040
Mitarbeiter
184
Branchen
Brauwesen/Getränkeindustrie, Gastronomie, Handel
  1. 01

    Brauen nach Reinheitsgebot (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen)

  2. 02

    Gärung und Lagerung (Gär-, Lager- und Drucktanks, Kombikeller)

  3. 03

    Filtration

  4. 04

    Entalkoholisierung per Vakuum-Fallstromverdampfung

  5. 05

    Abfüllung und Konfektionierung

  6. 06

    Logistik und Vertrieb

Rohstoffe und Verfahren

W

Wasser

Hauptrohstoff nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516.

M

Gerste (Malz)

Grundlage für obergärige und untergärige Biersorten.

H

Hopfen

Seit 768 in Weihenstephan belegt, prägt Aroma und Bitterkeit.

E

Ethanol

Nebenprodukt der Entalkoholisierung, daraus wurde zeitweise Desinfektionsmittel hergestellt.

Standorte

Standort Freising (Weihenstephaner Berg)

Freising (Weihenstephaner Berg)

DE

Stammwerk Brauerei

Losgröße
Jahresausstoß ~450.000 hl
Werkstoffe
Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
  • Entalkoholisierungsanlage (Fallstrom-Verdampfung unter Vakuum)
  • Filtrationsanlage
  • Gär- und Lagertanks (15, seit 2011)
  • Kombikeller mit 24 Gär-, Lager- und Drucktanks (680–1040 hl)
  • Hefesammeltank

Freising (Clemensänger)

DE

Logistikzentrum (Abfüllung, Konfektionierung, Versand)

  • Wärmepumpen, 100 % Ökostrom, CO2-neutral (10.700 m² überdachte Fläche)

Einblicke in die Fertigung

Direktor Prof. Dr. Josef Schrädler bei der Überreichung der Auszeichnung
Direktor Prof. Dr. Josef Schrädler bei der Überreichung der Auszeichnung

Branchen

Brauwesen/GetränkeindustrieGastronomieHandel

Verfahren & technische Grenzen

VerfahrenToleranzMax. BauteilGewichtLosgrößeWerkstoffe
Bierbrauen (16 Biersorten, obergärig/untergärig)Getränkeherstellung––––Wasser, Gerste (Malz), Hopfen
Entalkoholisierung von Bier durch Fallstrom-Verdampfung unter VakuumGetränkeherstellung––––Bier
Herstellung von Desinfektionsmittel aus anfallendem Ethanol (COVID-19-Pandemie)Chemie––––Ethanol
BierfiltrationGetränkeherstellung––––Bier
Gärung und Lagerung (Gär- und Lagertanks, Kombikeller mit 24 Gär-/Lager-/Drucktanks, 680–1040 hl)Getränkeherstellung––––Bier, Hefe
Logistik/Abfüllung und Konfektionierung im Logistikzentrum (CO2-neutral, 10.700 m²)Logistik––––Bier

7 Anlagen & Maschinen

MaschineHersteller / ModellAnzahlArbeitsraumBaujahrStandort
Entalkoholisierungsanlage (Fallstrom-Verdampfung unter Vakuum)–1–2021Freising
Entalkoholisierungs-Maschine für alkoholfreies Bier (seit über 30 Jahren plus neue Maschine)–1–2019Freising
Filtrationsanlage–1––Freising
Gär- und Lagertanks (Lagerkeller)–15–2011Freising
Gär-, Lager- und Drucktanks im Kombikeller (12–13 m hoch, 680–1040 hl)–24–2024Freising
Hefesammeltank–1–2024Freising
Wärmepumpen im CO2-neutralen Logistikzentrum (100% Ökostrom)––10.700 m² überdachte Fläche2019Freising (Clemensänger)

Zusatzleistungen

BrauereiführungenFanshop/OnlineshopAnschauungsbetrieb für TU München (Ausbildung, Praktika)Produktion von Desinfektionsmittel aus Eigenethanol (zeitweise COVID-19)

Qualität und Umweltmanagement

Die Qualitätskontrolle übernimmt das Wissenschaftszentrum der TU München; die Brauerei selbst betreibt kein eigenes Labor. Seit Januar 2022 ist die Brauerei nach EMAS zertifiziert und veröffentlicht jährliche Umwelterklärungen mit definierten Umweltzielen.

NachweisFreising (Weihenstephaner Berg)Freising (Clemensänger)
EMAS (Eco Management and Audit Scheme)

Historie

  1. 725

    Gründung des Benediktinerklosters auf dem Nährberg durch den heiligen Korbinian

  2. 768

    Erste Erwähnung von Hopfenanbau in Weihenstephan

  3. 955

    Zerstörung des Klosters durch die Ungarn

  4. 1040

    Abt Arnold erwirbt das Brau- und Schankrecht – Geburtsstunde der Klosterbrauerei

  5. 1085

    Beginn einer Reihe von Katastrophen: zwischen 1085 und 1463 vier Brände, Pest, Hungersnöte, Erdbeben

  6. 1336

    Zerstörung durch Kaiser Ludwig den Bayer; wiederholter Wiederaufbau

  7. 1516

    Herzog Wilhelm IV. erlässt das bayerische Reinheitsgebot

  8. 1803

    Säkularisation: Auflösung des Klosters, Brauerei geht in Staatsbesitz über

  9. 1852

    Verlegung der landwirtschaftlichen Zentralschule nach Weihenstephan; Entwicklung zum Zentrum der Brautechnologie

  10. 1921

    Bezeichnung Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan; seit 1923 großes bayerisches Staatswappen als Firmenzeichen

  11. 2000

    Josef Schrädler übernimmt die Leitung

  12. 2019

    Inbetriebnahme des CO2-neutralen Logistikzentrums in Clemensänger (ca. 16 Mio. € Investition)

  13. 2021

    Anschaffung einer größeren Entalkoholisierungsanlage

  14. 2022

    EMAS-Zertifizierung und erste Umwelterklärung

  15. 2024

    Fertigstellung des Kombikellers mit 24 Tanks (Projekt 2023–2024)

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