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Handelshaus für Chemikalien und Düngemittel; historischer Namensgeber des 1993 stillgelegten Chemiewerks Köln-Kalk

Chemische Fabrik GmbH
Köln (Kalk) · DeutschlandNeu auf Amplifa
Über die Chemische Fabrik
Die Chemische Fabrik GmbH firmiert als Handelsunternehmen für Chemikalien und Düngemittel und führt den Namen der historischen Chemischen Fabrik Kalk GmbH weiter. Diese wurde 1858 in Köln von Julius Vorster und Hermann Julius Grüneberg als Chemische Fabrik Vorster & Grüneberg, Cöln gegründet und 1892 in Chemische Fabrik Kalk GmbH umbenannt. Das Werk in Köln-Kalk produzierte Kalisalpeter, Soda, Kaliumchlorid, Stickstoff- und Phosphatdünger, Ammoniumsulfat, Salmiak, Magnesiumsulfat sowie Schwefelsäure und Salpetersäure. Grüneberg entwickelte das weltweit erste industrielle Verfahren zur Verarbeitung roher Kalisalze (Carnallit). 1960 übernahm die Salzdetfurth AG (später Kali und Salz, heute K+S) das Unternehmen, das zeitweise zweitgrößter Sodaproduzent Deutschlands war und bis zu rund 2400 Beschäftigte zählte. Die BASF beschloss die Schließung des Werkes zum 31. Dezember 1993; danach wurden die Produktionsanlagen abgerissen und das Gelände saniert. Die Produktion findet heute nicht mehr statt.
- Standort
- Köln
- Werkstoffe
- Kaliumnitrat, Natriumcarbonat, Kaliumchlorid, Stickstoff- und Phosphatdünger, Thomasphosphat, Ammoniumsulfat, Schwefelsäure und Salpetersäure
- Gegründet
- 1858
- Branchen
- Chemie, Düngemittel, Landwirtschaft
Produkte und Verfahren (historisch)
Kaliumnitrat
Historisches Hauptprodukt, verwendet als Oxidationsmittel zur Lebensmittelkonservierung und zur Schwarzpulverherstellung.
Natriumcarbonat
Nebenprodukt der Kalisalpeterproduktion; die CFK war zeitweise der zweitgrößte Sodaproduzent Deutschlands.
Kaliumchlorid
Aus Carnallit über ein neu entwickeltes Kristallisationsverfahren hergestellt; weltweit erste industrielle Verarbeitung roher Kalisalze.
Stickstoff- und Phosphatdünger
Ab 1864 ergänzte die Produktpalette; erste Großfabrik Deutschlands, die alle drei Hauptnährstoffe chemisch herstellte.
Thomasphosphat
Kostengünstiges Düngemittel auf Basis von Thomasschlacke, entwickelt von Carl Johann Heinrich Scheibler.
Ammoniumsulfat
Aus Ammoniak des Stadtgas-Gaswassers und Schwefelsäure hergestellt; Produktionsstandorte u. a. in Raderberg, Nippes und mehreren deutschen sowie ausländischen Städten.
Schwefelsäure und Salpetersäure
Ab 1881 in neuen Produktionsanlagen am Stammwerk Kalk hergestellt.
Standorte

Köln-Kalk (historisches Stammwerk)
DEHistorisches Hauptwerk (Produktion 1993 stillgelegt, Anlagen abgerissen)
- Werkstoffe
- Kalisalpeter, Soda, Kaliumchlorid, Düngemittel, Schwefelsäure, Salpetersäure
Staßfurt / Leopoldshall (historisch)
DESalinen und Kaliumchloridwerke
- Werkstoffe
- Kaliumchlorid (Carnallit)
Raderberg (historisch)
DEZweigwerk für Ammoniumsulfat
- Werkstoffe
- Ammoniumsulfat
Einblicke in die Fertigung

Branchen
Historie
- 1858
Gründung als Chemische Fabrik Vorster & Grüneberg, Cöln durch Julius Vorster und Hermann Julius Grüneberg am 1. November 1858; Produktionsbeginn mit Kalisalpeter, Nebenprodukt Soda; anfangs zehn Beschäftigte.
- 1859
Produktionsstart in Kalk (Februar 1859) auf dem Gelände der ehemaligen Eisengießerei Biber & Berger; Kalisalpeter aus russischer Pottasche und Natronsalpeter.
- 1860
Expansion; Einführung von Rübenpottasche als Rohstoff; Beginn der Kaliumchlorid-Produktion; Erwerb einer Saline in Staßfurt; weltweit erste industrielle Verarbeitung roher Kalisalze (Carnallit).
- 1864
Erweiterung der Produktpalette um Stickstoff- und Phosphatdünger; erste Großfabrik Deutschlands, die alle drei Hauptnährstoffe chemisch herstellte.
- 1865
Zweigwerk Raderberg für Ammoniumsulfat; weitere Ammoniakfabriken u. a. in Nippes, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Hamburg, Leipzig, St. Petersburg; Salmiakfabrik in Moskau.
- 1867
Finanzielle Verluste durch Fehlinvestitionen in England; Julius Vorster jr. in die Firmenleitung; Aufnahme von Magnesiumsulfat in die Produktpalette.
- 1870
Überwindung der Finanzkrise.
- 1875
Fritz Vorster tritt als technischer Leiter ein (1. Oktober 1875).
- 1876
Tod des Gründers Julius Vorster (10. Oktober 1876); Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft; Goldmedaille bei der Centennial Exposition in Philadelphia.
- 1878
Carl Johann Heinrich Scheibler wird Leiter der Düngemittelabteilung; Entwicklung des Thomasphosphats.
- 1881
Neue Produktionsanlagen für Schwefelsäure und Salpetersäure in Kalk.
- 1892
Umbenennung in Chemische Fabrik Kalk GmbH (24. Mai 1892).
- 1960
Erwerb durch die Salzdetfurth AG (später Kali und Salz / K+S, Tochter der BASF).
- 1960s-1993
Zeitweise zweitgrößter Sodaproduzent Deutschlands; bis zu ca. 2400 Beschäftigte.
- 1993
BASF beschließt Schließung des Werkes zum 31. Dezember 1993 wegen Unwirtschaftlichkeit; danach Abriss der Produktionsanlagen und Sanierung des Geländes.
- nach 1993
Existenz nur noch als Name eines Handelshauses für Chemikalien und Düngemittel der K+S AG; auf dem Gelände entstanden das Polizeipräsidium Köln und die Köln Arcaden.