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Formsandgräberei – Fertigung

Dokumentation des historischen Formsandabbaus im Ruhrgebiet von 1758 bis 1986

FO

Formsandgräberei im Ruhrgebiet (historische Dokumentation)

Bottrop · OberhausenNeu auf Amplifa

1758Beginn des Formsandabbaus (St. Antony Hütte)
1986Ende des Formsandabbaus (31.08.)

Die Formsandgräberei im Ruhrgebiet

Diese Website dokumentiert die Geschichte der Formsandgräberei im Ruhrgebiet. Formsand wurde als Formmaterial für Eisen- und Stahlguss benötigt; der Abbau begann 1758 mit der Gründung der St. Antony Hütte in Oberhausen-Osterfeld, dem ersten Industriebetrieb im Ruhrgebiet. Bauern und Kötter in Bottrop und Osterfeld förderten den Sand zunächst in Handarbeit und transportierten ihn mit Pferdefuhrwerken. Ab 1852 erfolgte der Abbau im industriellen Maßstab, unter anderem durch die Kleine-Brockhoff GmbH und die Frau August Dickmann GmbH mit einer Grube am Donnerberg in Bottrop. Zusammen mit der Firma Wilhelm Kleinefenn betrieb Dickmann eine Grube im Revierpark Vonderort in einer ungewöhnlichen mündlichen Betriebsgemeinschaft mit 50/50-Aufteilung von Gewinnen, Kosten und Fördereinrichtungen bis 1965. Der Formsandabbau endete am 31.08.1986.

Standort
Bottrop
Verfahren
Eisen- und Stahlguss (historisch, St. Antony Hütte, Formsand als Formmaterial), Formsandabbau (Sandgräberei, historisch 1758–1986)
Werkstoffe
Formsand, Kies, Lipperheidesand
Branchen
Gießereiindustrie, Bauwesen (Straßen- und Bahndammbau)
  1. 01

    Abbau des Formsands in Sandgruben

  2. 02

    Transport mit Feldbahnen bzw. Pferdefuhrwerken

  3. 03

    Bahnverladung (ab 1874 Anschluss an die Emschertalbahn)

  4. 04

    Lieferung als Formmaterial für Eisen- und Stahlguss

Materialien und Förderung

FS

Formsand

Wurde als Formmaterial beim Eisen- und Stahlguss verwendet und gab dem Material seinen Namen.

KIES

Kies

Wurde in der Oberhausener Grube der Frau August Dickmann GmbH gefördert.

LIP

Lipperheidesand

Wurde gemeinsam mit Kies in Oberhausen gefördert, nicht für Gussformen, sondern u. a. für Straßen- und Bahndammbau.

Gruben und Standorte

Standort Bottrop (Grube am Donnerberg)

Bottrop (Grube am Donnerberg)

DE

Formsandgrube der Frau August Dickmann GmbH

Werkstoffe
Formsand
  • 600-mm-Feldbahn
  • Feldbahnloks

Osterfeld (Revierpark Vonderort)

DE

Gemeinsame Formsandgrube von Dickmann und Kleinefenn

Werkstoffe
Formsand

Oberhausen

DE

Sandgrube der Frau August Dickmann GmbH (Kies und Lipperheidesand)

Werkstoffe
Kies, Lipperheidesand

Einblicke in die Fertigung

Formsandgrube in Bottrop
Formsandgrube in Bottrop

Branchen

GießereiindustrieBauwesen (Straßen- und Bahndammbau)

Verfahren & technische Grenzen

VerfahrenToleranzMax. BauteilGewichtLosgrößeWerkstoffe
Eisen- und Stahlguss (historisch, St. Antony Hütte, Formsand als Formmaterial)Guss––––Formsand, Eisen, Stahl
Formsandabbau (Sandgräberei, historisch 1758–1986)Sonstiges––––Formsand, Kies, Lipperheidesand

1 Anlagen & Maschinen

MaschineHersteller / ModellAnzahlArbeitsraumBaujahrStandort
Feldbahnlok––600-mm-Feldbahn (Lorenbetrieb in der Formsandgrube)–Bottrop (Grube am Donnerberg)

Geschichte der Formsandgräberei

  1. 1758

    Beginn des Formsandabbaus durch Gründung der St. Antony Hütte in Oberhausen-Osterfeld (erster Industriebetrieb im Ruhrgebiet); erster Hochofen am 18.10.1758 angeblasen

  2. 1839

    Gründung der Frau August Dickmann GmbH mit Sandgrube in Oberhausen (Kies und Lipperheidesand)

  3. 1852

    Beginn des Formsandabbaus im industriellen Maßstab mit Gründung der Kleine-Brockhoff GmbH durch Franz Kleine-Brockhoff (Grube im Revierpark Vonderort)

  4. 1861

    Bestand einer weiteren Sandgrube am Galgenberg in Oberhausen (bis 1872)

  5. 1868

    Einstieg der Frau August Dickmann GmbH in das Formsandgeschäft mit der Grube am Donnerberg in Bottrop

  6. 1870

    Erwerb des Armeler Hof durch die Frau August Dickmann GmbH, dessen Gelände große Teile der Bottroper Formsandgrube umfasste

  7. 1872

    Gründung des Unternehmens Wilhelm Kleinefenn; gemeinsame Formsandgrube mit der Frau August Dickmann GmbH im Revierpark Vonderort

  8. 1874

    Erster Bahnanschluss (Köln-Mindener Emschertalbahn) für die Grube am Donnerberg; Anschluss an den Bahnhof Bottrop-Süd mit 600-mm-Loren

  9. 1965

    Ende der mündlichen Betriebsgemeinschaft von Dickmann und Kleinefenn mit 50/50-Aufteilung von Gewinnen, Kosten und Fördereinrichtungen

  10. 1986

    Ende des Formsandabbaus am 31.08.1986

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