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Projektträger der ostdeutschen Bergbausanierung: Sanierung von Braunkohletagebauen, Verwahrung von Kali-, Spat- und Erzbergwerken, Wassermanagement und Flächenverwertung.

LM

Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH

Senftenberg (Zentrale) · Leipzig · SondershausenNeu auf Amplifa

1994Gegründet
ca. 700Mitarbeitende
3Standorte (Senftenberg, Leipzig, Sondershausen)
über 1.000 km²Zu sanierende Braunkohleareale
31Stillgelegte Tagebaue mit 207 Restlöchern

Die LMBV – Projektträger der Bergbausanierung

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) ist Projektträger der ostdeutschen Bergbausanierung und saniert im Auftrag von Bund und Ländern die Hinterlassenschaften des DDR-Braunkohlenbergbaus in der Lausitz und in Mitteldeutschland sowie des Kali-, Spat- und Erzbergbaus in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die Tätigkeiten umfassen die geotechnische Sicherung von Kippenflächen mit Verdichtungsverfahren wie Rüttelstopf-, Rütteldruck-, Fallplatten- und Sprengverdichtung, die Flutung von Tagebaurestlöchern, das Wassermanagement samt Gefahrenabwehr beim Grundwasserwiederanstieg sowie die Wasserbehandlung, etwa die In-Lake-Neutralisierung versauerter Bergbaufolge seen mit Kalk oder die Behandlung eisenbelasteter Wässer in Wasserbehandlungsanlagen. Weitere Aufgabenfelder sind Rekultivierung, Abriss stillgelegter Industrieanlagen, Verwahrung untertägiger Grubenhohlräume sowie die Verwertung und Vermarktung sanierter Liegenschaften. Die LMBV plant, schreibt Sanierungsleistungen aus, vergibt sie an Unternehmen der Privatwirtschaft und übernimmt Projektmanagement, Kontrolle und Abnahme. Das Bundesunternehmen befindet sich im alleinigen Besitz der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Finanzen. Die Zentrale liegt in Senftenberg; weitere Standorte sind Leipzig und Sondershausen.

Standort
Senftenberg
Verfahren
Kippenverdichtung (Bodenverdichtung von Innenkippen), Rüttelstopfverdichtung, Fallplattenverdichtung, Rütteldruckverdichtung, Schonende Sprengverdichtung, In-Lake-Neutralisierung (Behandlung des Seewassers mit Kalk), Behandlung eisenbelasteter Wasser in Wasserbehandlungsanlagen (z. B. WBA Plessa), Rekultivierung (Bodenaufbereitung und Aufforstung)
Werkstoffe
Braunkohle, Kali-Salze, Spat (Fluss-/Schwerspat), Erz, Branntkalk, Kalksteinmehl, Eisenhydroxidschlamm, Stahl (Fördergerüst Petersenschacht)
Zertifikate
Wissenschaftlich-technischer Beirat (WTB), Geotechnischer Beirat (GTB), Langzeit-Monitoring Innenkippen
Gegründet
1994-08-09
Mitarbeiter
ca. 700
Branchen
Bergbausanierung, Umwelt-/Wasserwirtschaft, Geotechnik, Immobilien/Flächenmanagement
  1. 01

    Sanierungsplanung und Genehmigungsanträge

  2. 02

    Ausschreibung und Vergabe an Fachfirmen

  3. 03

    Bauüberwachung und Projektmanagement

  4. 04

    Kontrolle und Abnahme der Arbeiten

  5. 05

    Nachsorge und Monitoring

  6. 06

    Flächenverwertung und -vermarktung

Verfahren und Einsatzstoffe

KIP

Kippenboden (sandiger Kippenboden)

Ausgangsmaterial der Innenkippen, das durch Verdichtungsverfahren für Folgenutzungen stabilisiert wird.

KALK

Branntkalk / Kalksteinmehl

Einsatz zur In-Lake-Neutralisierung versauerter Bergbaufolge seen, u. a. über das Sanierungsschiff KLARA.

EHS

Eisenhydroxidschlamm

Ablagerung in Fließgewässern, die über Absetzanlagen und Wasserbehandlungsanlagen beseitigt wird.

KALI

Kali-Salze, Spat, Erz

Rohstoffe des stillgelegten Untertagebergbaus, dessen Grubenhohlräume die LMBV verwahrt.

ST/BT

Stahl und Beton

Werkstoffe beim Bau von Überleitern, Schleusen, Brücken sowie beim Abriss von Industrieanlagen.

Standorte

Senftenberg

DE

Zentrale / Betrieb Lausitz

Werkstoffe
Kippenboden, Wasser, Kalk
  • Sanierungsschiff KLARA
  • Horizontalfilterbrunnenanlagen Brieske
  • Rütteldruckverdichtung (z. B. Knappensee)
  • Fallplattenverdichtung (z. B. Restloch Wulfersdorf)

Leipzig

DE

Betrieb Mitteldeutschland

Werkstoffe
Kippenboden, Wasser
  • Rüttelstopfverdichtung (Hochkippe Borna)
  • Fallplattenverdichtung
  • Wasserbehandlungsanlage MWBA Ruhlmühle

Sondershausen

DE

Bereich Kali-Spat-Erz (Verwaltungsstandort)

Werkstoffe
Kali-Salze, Spat, Erz
  • Sickerwasser-Reinigungsanlage Bielatal
  • Laugenstapelbecken Wipperdorf
  • Fördergerüst Petersenschacht

Branchen

BergbausanierungUmwelt-/WasserwirtschaftGeotechnikImmobilien/Flächenmanagement

Verfahren & technische Grenzen

VerfahrenToleranzMax. BauteilGewichtLosgrößeWerkstoffe
Kippenverdichtung (Bodenverdichtung von Innenkippen)Engineering––––Kippenboden, Boden
RüttelstopfverdichtungEngineering––––Kippenboden
FallplattenverdichtungEngineering––––Kippenboden
RütteldruckverdichtungEngineering––––Kippenboden
Schonende SprengverdichtungEngineering––––Kippenboden
In-Lake-Neutralisierung (Behandlung des Seewassers mit Kalk)Oberfläche––––Branntkalk, Kalksteinmehl, Seewasser
Behandlung eisenbelasteter Wasser in Wasserbehandlungsanlagen (z. B. WBA Plessa)Oberfläche––––eisenbelastetes Wasser
Rekultivierung (Bodenaufbereitung und Aufforstung)Engineering––––Boden
Böschungssicherung und UferstabilisierungEngineering––––Boden, Kippenmaterial
Verwahrung von untertägigen Grubenhohlräumen (Stollen und Schächte)Engineering––––Bergmaterial
Bau von Überleitern/Kanälen (mit Brücken, Schleusen, Tunnels)Engineering––––Beton, Stahl
Abriss von Industrieanlagen (Brikettfabriken, Kraftwerke, Kokereien)Montage––––Stahl, Beton
Errichtung von HorizontalfilterbrunnenanlagenEngineering–––––
Renaturierung von FließgewässerabschnittenEngineering–––––
Bau von Sickerwasser-Reinigungsanlagen (z. B. Bielatal)Engineering–––––
Flutung von TagebaurestlöchernEngineering––––Wasser

15 Anlagen & Maschinen

MaschineHersteller / ModellAnzahlArbeitsraumBaujahrStandort
Sanierungsschiff (In-Lake-Behandlung)KLARA1Partwitzer See (u.a.); dreiteiliger Schubverband mit 2 Ladebehältern (Leichtern), Leichterkapazität–Partwitzer See, Lausitz
SanierungsschiffBarbara1–2012Lichtenauer See
Leichter (Ladebehälter für Kalk)–2Kapazität bis zu 25 Tonnen Branntkalk oder Kalksteinmehl pro Leichter–Partwitzer See, Lausitz
Wasserbehandlungsanlage (WBA)Plessa–Behandlung eisenbelasteter Wässer–Plessa, Lausitz
Wasserbehandlungsanlage (MWBA)Ruhlmühle––––
Horizontalfilterbrunnenanlage–2Grundwasserfassung und -ableitung (Brunnen 6 und 9)–Senftenberg (Brieske)
Fallplattenverdichtungstechnik––––Tagebaurestloch Wulfersdorf
Rütteldruckverdichtungstechnik (land- und seeseitig)––––Knappensee
Rüttelstopfverdichtungstechnik––––Hochkippe Borna; Zwenkauer/Cospudener See (Verbindungsbau)
Sprengbohrgeräte (für schonende Sprengverdichtung)––––Lausitz (u.a. Knappensee)
Absetzanlage (natürliche Absetzanlage für Eisenhydroxidschlamm)––––Spree (Spreewitzer Rinne)
Laugenstapelbecken–1––Wipperdorf
Sickerwasser-Reinigungsanlage–1––Bielatal (Sondershausen/Altenberg)
Grundwasser-Abfangriegel––––Spreewitzer Rinne
Schleusen (in Überleitern)–13Kammerlänge 29,0 m (nutzbar 28,50 m), Breite der Durchlässe 6,0 m–Lausitzer Seenland

Zusatzleistungen

Braunkohlesanierung und Rekultivierung von TagebaulandschaftenVerwahrung stillgelegter untertägiger Bergwerke (Kali/Spat/Erz)Wassermanagement, Flutung von Restlöchern, Gefahrenabwehr GrundwasserwiederanstiegWasserbehandlung/Neutralisierung von Bergbaufolgeseen (In-Lake-Behandlung)Geotechnische Sicherung von Kippenflächen (Verdichtungsverfahren)Flächenverwertung und ImmobilienvermarktungProjektträgerschaft für nachnutzungsorientierte ProjekteAbriss von Industrieanlagen (Kraftwerke, Brikettfabriken, Kokereien)

Referenzkunden

Bundesrepublik Deutschland (Bundesministerium der Finanzen)Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Qualität und Fachbeiräte

Die LMBV lässt neue Verfahren durch den Wissenschaftlich-technischen Beirat (WTB, seit 2004) und den Geotechnischen Beirat (GTB, seit 2010) bewerten und unterhält ein Monitoring-System zur Langzeitstandsicherheit von Innenkippen. Die Umsetzung der Sanierungsarbeiten erfolgt mit Kontrolle und Abnahme durch die LMBV als bergrechtlich verantwortlicher Projektträger.

NachweisSenftenbergLeipzigSondershausen
Wissenschaftlich-technischer Beirat (WTB)
Geotechnischer Beirat (GTB)
Langzeit-Monitoring Innenkippen

Unternehmensgeschichte

  1. 1992

    Erstes Verwaltungsabkommen (VA I) über die Finanzierung der Sanierung ökologischer Altlasten; Gründung der GVV in Erfurt

  2. 1994

    Gründung der LMBV am 9. August durch die Treuhandanstalt; ab 1.1.1995 Holding in Berlin für Auslauf- und Sanierungsbergbau

  3. 1995

    Verschmelzung von LBV und MBV auf die LMBV Holding; die Bundesrepublik Deutschland wird Gesellschafterin

  4. 1999

    Die letzten Produktionsstätten der Braunkohle werden außer Betrieb genommen

  5. 2000

    Verschmelzung der BMGB auf die LMBV – der Bund ist alleiniger Gesellschafter

  6. 2004

    Einrichtung des Wissenschaftlich-technischen Beirats (WTB)

  7. 2007

    Sitz des Unternehmens zieht nach Senftenberg

  8. 2010

    Gründung des Geotechnischen Beirats (GTB) nach dem Rutschungsereignis Spreetal

  9. 2014

    Verschmelzung der GVV auf die LMBV; Verwahrung wird eigener Sanierungsbereich Kali-Spat-Erz

  10. 2022

    Unterzeichnung des siebten Verwaltungsabkommens (VA VII) für 2023–2027

  11. 2025

    LMBV feiert 30-jähriges Bestehen

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